Rückblick
8. Einladung

Christian Haake
revolve
Eingeladen von Kai Kähler

11. Juni - 19. Juni 2021


Christian Haake, white elephant, 2011, filmstill. Foto: Tobias Hübel

Zu sehen ist eine Fahrt in ›slow motion‹ durch eine leerstehende Einkaufspassage mit verlassenen Geschäften und menschenleeren Fluren. Eine labyrinthische und keiner Dramaturgie folgende filmische Vision von unendlichem Leerstand im Loop.
Der Film offenbart nur unterschwellig: Hier ist ein imaginiertes Bild der Wirklichkeit sichtbar, kein Abbild - nur eine Kamerafahrt durch einen gebauten Erinnerungsraum, der als verkleinertes Modell das nicht - maßstabsgerechte Objekt des filmischen Geschehens ist.

Christian Haake thematisiert Leerstellen (in ›white elephant‹ erinnerungsarchitektonischen Leerstand; in ›Blister‹ eine leere Verpackung, nebst leerem Werteversprechen; in ›forever in gloves‹ die „Entleerung“ der konventionellen Sicht auf Alltagsgegenstände, die paradoxe Umkehr von innen und aussen), in denen die Spuren vergangenen Lebens erkennbar bleiben. Er konstruiert Dinge, die an Orte erinnern, die vom Menschen aufgegeben worden sind, in denen sich aber vereinzelt noch Formen verblichener Lebenspraxis eingeschrieben haben. Haake begreift Erinnerung als Wirklichkeit generierende Kraft. Er fertigt seine Arbeiten ohne gedächtnisstützende Mittel mit dem Risiko (und Wunsch), daß sich so ein neues Bild des Realen einstellen wird. (Horst Müller)

 
deufert&plischke

I like Erika and Erika likes me

Filmpremiere

Donnerstag, 03.06.2021, 17 Uhr

mit anschließendem Gespräch, digital auf stew.one

und Freitag, 04.06.2021, 17 Uhr

mit einer Reportage über den Workshop von deufert&plischke

 

Während des Festivals ist der Film auch über Vimeo zu sehen:

I like Erika and Erika likes me

Passwort: Erika

Workshops über Zoom:

Donnerstag, 03.06.2021, 11 - 13 Uhr

und Freitag, 04.06.2021, 18 - 20 Uhr,

 

Anmeldung zum Zoom-Meeting bitte im Vorfeld an: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

 

 

 


deuffert&plischke, I like Erika and Erika likes me, 2021, filmstill


Das international tätige Künstler*induo Kattrin Deufert und Thomas Plischke ist Joseph Beuys schon lange auf der Spur. Mit dem Film I like Erika and Erika likes me setzen sich die Beiden nach 2002 erneut mit der Aktion I like America and America likes me (1974) von Beuys auseinander. Die aktuelle Weiterentwicklung und Übersetzung ihrer Performance ins Filmformat basiert auf ihrer jüngsten Beschäftigung mit frühen Zeichnungen von Joseph Beuys. Es sind vor allem die Blätter mit Darstellungen von spinnenhaft anmutenden Frauen mit dünnen Gliedmaßen und ohne Kopf, die Deufert und Plischke faszinieren. Sie assoziieren diese Arbeiten mit dem Mythos der Arachne, der ersten politischen Künstlerin überhaupt. Vielfältige Themen lassen gedankliche Bezüge zu Beuys erkennen: die Kraft des mythologischen Denkens jenseits rationaler Begründbarkeit, die enge evolutionäre Verbindung von Mensch und Tier, Fragen nach der Diversität menschlicher Existenz und nicht zuletzt nach politischer und damit gesellschaftlicher Relevanz von Kunst.


Im Rahmen des Festivals finden zudem am 03. und 04.06.2021 zwei Online-Workshops statt, in denen deufert&plischke die Teilnehmer*innen an ihren Arbeitsweisen teilhaben lassen. Der zweistündige digitale Workshop nimmt Bezug auf zwei wichtige Figuren der Kunstgeschichte: auf die aus der griechischen Mythologie bekannte Arachne – eine kopflose Spinnerin, die ihr Leben riskiert, um als junge Frau ihre Kunst gesellschaftsfähig machen zu können – und auf die Zeichnung „Mädchen, 1957“ von Joseph Beuys. Beuys‘ Arbeit steht insgesamt für eine Öffnung aller menschlichen Bedürfnisse hin zur Kunst. In einer spielvollen Überlagerung von Künstlerin und Zeichnung werden während des Workshops sinnliche Grenzgänge versucht: Wo beginnt und endet unser Körper? Im digitalen Medium Zoom wird gemeinsam gezeichnet und gebastelt, mit geschlossenen Augen körperlichen Prozessen zugehört und miteinander gesprochen. Trotz räumlicher Distanz wird im künstlerischen Durcheinander versucht, eine soziale Nähe herzustellen.


Der Workshop richtet sich an alle Interessierten, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Eine Anmeldung per Mail an  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. im Vorfeld ist notwendig, um den Zugangslink zum Zoom-Meeting zu erhalten.


Wir freuen uns über den Beitrag zum Festival und Ihren Besuch!


Das Projekt entstand im Auftrag des Kulturbüros Wuppertal für das Festival „Die Unendlichkeit des Augenblicks. Aufführungskünste nach Beuys“ in Kooperation mit dem Neuen Kunstverein Wuppertal

Gefördert von:

Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW / Kunststiftung NRW / NRW KULTURsekretariat Wuppertal / Landschaftsverband Rheinland / Dr. Werner-Jackstädt-Stiftung / Stadtsparkasse Wuppertal / Firma Knipex / Kulturbüro der Stadt Wuppertal

 

Weitere Informationen zu deufert&plischke

 
10. EINLADUNG

 

AUFGRUND DER PANDEMIE-ENTWICKLUNGEN IST DER KUNSTVEREIN DERZEIT GESCHLOSSEN.


 

Tim Sandow
Am Ende des Tages: Las Palmas

Eingeladen von Katja Pfeiffer

23. April - 1. Mai 2021


Tim Sandow, Alegría Macarena at Amigo Camilo, 2020. Foto: Galerie Droste


Am Ende des Tages: Las Palmas. Der Rausch steckt in den Knochen, der Teufel im Detail zwischen dem Aperol Spritz, mit dem der Abend angefangen hat, und dem letzten, schalen Schluck des Biers mit dem spanischen Namen. Weit weg von zuhause können wir alles sein und alles machen - am Schießstand einen halben Monatslohn verballern, Frisbee spielen in Hotpants, Kapern und Meeresfrüchte bis zum Salz- und Eiweißschock bestellen, auch nach dem zweiten Cocktail in der Wüste kurz hinterm Flughafen Kart fahren und dabei das Gefühl haben, endlich wieder ganz bei uns zu sein.

Ein authentisches Solero ersetzt die Yogastunde, statt Cardio-Donnerstag lieber eine Fahrt auf der Dirtroad ohne darüber nachzudenken, ob die Stoßdämpfer leiden - don’t be gentle: it’s a rental. Und das Benzin ist hier auch billiger. Wir kommen ganz schön rum.
Die Figuren in Sandows Malereien bevölkern gelassen die Traumdomizile, an denen sich letztlich die meisten mit den gleichen Souvenirs und mit den gleichen verschwommenen Erinnerungen eindecken. Sie verweilen an Orten, die schöner sind, als es zuhause ist, in denen sie fernab der nachbarschaftlichen Blicke ihr ganzes Selbst im Sonnenuntergang wunderschöner Landschaften bräunen und als die seltsamen und wunderbaren Typ*innen in einem Lebensentwurf auf Zeit ihr zufälliges Miteinander am Beverly Playa, im Hostal del Mar und im Playa Dorada Spa zelebrieren können. (Momo Trommer)

 

 
10 Einladungen zum Jubiläum

Im Mai 2010 eröffnete die erste Ausstellung im Neuen Kunstverein Wuppertal mit dem Titel „Wir laden ein", eine programmatische Gruppenausstellung, zu der die Mitglieder Künstler*innen auswählten und persönlich einluden, um ihre Ideen über zeitgenössische Kunst und zur zukünftigen Ausrichtung des Vereins vorzustellen. Die Entscheidung potenziell alle Mitglieder in die kuratorischen Prozesse einzubeziehen ist im Konzept des Vereins fest verankert. Zehn Jahre später öffnen die Mitglieder ihren Kreis. Zum Jubiläumsjahr verliehen sie unterschiedlichen Persönlichkeiten der Kunst- und Kulturlandschaft eine „carte blanche" und baten Sie, für den Verein Künstler*innen einzuladen. Daraus entstand das Ausstellungsprogramm „10 Jahre Neuer Kunstverein Wuppertal – 10 Einladungen zum Jubiläum".

 
Zum Jubiläum Engels2020

Che Seibert - Bilder von Straßen.

Friedrich Engels und Karl Marx in Deutschland

15. bis 31. Januar 2021

zu sehen in den Fenstern des Neuen Kunstverein Wuppertal

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


 



Rostock, Karl-Marx-Straße
Rostock, Friedrich-Engels-Platz

Bremen, Karl-Marx-Straße
Bremen, Friedrich-Engels-Straße

Hamm, Friedrich-Engels-Straße
Hamm, Karl-Marx-Straße

Eisenhüttenstadt, Karl-Marx-Straße
Eisenhüttenstadt, Friedrich-Engels-Straße

Duisburg, Friedrich-Engels-Straße
Duisburg, Karl-Marx-Straße

Berlin, Friedrich-Engels-Straße
Berlin, Karl-Marx-Straße (U-Bahn-Station)

Aschersleben, Engelsstraße am Gartenverein Königsaue
Aschersleben, Ecke Karl-Marx-Straße u. Engelsstraße

© Che Seibert

 

Seit 2018 beschäftigt sich Che Seibert fotografisch mit dem öffentlichen Gedenken an Friedrich Engels. Da Engels im allgemeinen Bewusstsein meist im Zusammenhang mit Marx gesehen wird, suchte er systematisch Orte auf, die sowohl eine Karl-Marx- als auch eine Friedrich-Engels-Straße haben.
Damit schuf er ein Panorama, wie und wo Deutschland die Ehrung eines seiner großen Denker im öffentlichen Raum vollzieht und visualisiert die unterschiedlichen Gegenden bzw. Kontexte. Aus dem konzeptuellen Ansatz wurde so eine subjektive Reflektion der historischen Entwicklung, die ein vielschichtiges Bild der Gegenwart und der bundesrepublikanischen Identität aufzeigt.

Pandemie-bedingt kann die Ausstellung im Neuen Kunstverein Wuppertal nicht in der ursprünglich gedachten Form präsentiert werden. Deshalb haben Künstler und Kunstverein eine Auswahl von 30 Fotografien vorgenommen, die im Fenster des Vereins, in der Hofaue 51, von der Straße aus zu sehen sind und sukzessive hier veröffentlicht werden.

 


 
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